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Fluoridprogramm

  • Fluoridprogramm
    ENTWICKLUNG DES PROGRAMMS

    Das Kariesrisikoprogramm wurde in Zusammenarbeit der bezirklichen Gesundheits- und Umweltämter mit der LAJH entwickelt.
    Das Programm wurde erstmals als Pilotprojekt im Schuljahr 1996/97 im Bezirk Hamburg Nord angeboten.
    Seit 2005 konnte es auf alle sieben Hamburger Bezirke in den Grundschulen ausgedehnt werden.

    ZIELGRUPPE

    Das Kariesrisikoprogramm wurde für Kinder in der Grundschule mit erhöhtem Kariesrisiko entwickelt. Sie zeichnen sich durch eine vermehrte Anzahl kariöser, gefüllter oder gezogener Zähne im Vergleich mit dem Altersdurchschnitt aus. Leider ist das Verständnis für zahngesunde Ernährung und regelmäßige Mundhygiene in einigen Familien kaum vorhanden. Die zahnärztliche Praxis wird nur im Falle von Zahnschmerzen aufgesucht.
    Das Kariesrisikoprogramm soll der Prävention und Gesundheitsförderung dienen.
    Ziel ist es:
    · die Mundhygiene der Kinder zu verbessern
    · durch die Fluoridierung den Zahnschmelz zu härten
    · die Kinder zum regelmäßigen Besuch einer Zahnarztpraxis zu motivieren.

    AUSWAHL DER KINDER

    Im Rahmen der jährlichen schulzahnärztlichen Reihenuntersuchungen werden in der ersten Klasse die Kinder mit erhöhtem Kariesrisiko identifiziert. Sie bekommen über den Befund der Untersuchung hinaus eine schriftliche Beschreibung des Programms und eine Einverständniserklärung für die Eltern. Das schriftliche Einverständnis ist Voraussetzung für die Teilnahme am Programm. Die Einverständniserklärungen liegen in deutscher, türkischer und russischer Sprache vor. So können möglichst viele Kinder teilnehmen, die sonst eventuell auf Grund mangelnder Deutschkenntnisse ausgeschlossen wären.

    PRAKTISCHE DURCHFÜHRUNG

    In der Schule werden Schulleitung und Kollegium über Ablauf und Zweck der Maßnahmen informiert, da deren Kooperation wichtiger Bestandteil des Programms ist.
    Geben die Eltern ihr Einverständnis zur Teilnahme, so werden die Kinder in der Schule zwischen der 1. und 4. Klasse zweimal jährlich zahnärztlich untersucht. Anschließend findet unter Anleitung einer zahnmedizinischen Fachkraft in kleinen Gruppen ein Gespräch über gesunde Ernährung statt. Das Anfärben der Beläge und eine praktische Zahnputzübung schließen sich an. Danach werden die vorhandenen bleibenden Zähne mit einem Fluoridlack (Duraphat®) touchiert. Durch den Fluoridlack wird der Zahnschmelz gehärtet und hält kariösen Angriffen gegenüber besser stand.
    Die Kinder bekommen einen "Prophylaxepass", in dem die Fluoridierungen eingetragen werden. In dem Pass befindet sich außer den persönlichen Daten des Kindes auch ein Prophylaxevertrag. Mit ihrer Unterschrift versprechen die Kinder, ebenfalls selber etwas für ihre Zahngesundheit zu tun, indem sie nicht so viel naschen und sich regelmäßig die Zähne putzen.
    Die Eltern werden schriftlich informiert, dass die Fluoridlackbehandlung nach drei Monaten in der zahnärztlichen Praxis wiederholt werden soll. Dort werden dann auch die kariösen Zähne mit Füllungen versorgt.
    Anfänglich lag die Beteiligung am Programm bei 55 %. Mittlerweile ist sie dank guter Akzeptanz in den Schulen, bei Kindern und Eltern auf 80 % angestiegen.

    GESETZLICHE GRUNDLAGE

    Im § 21 des Sozialgesetzbuches V (SGB V) ist seit 1993 eine besondere Betreuung von Kindern mit vielen kariösen oder gefüllten Zähnen festgeschrieben. Hier heißt es: "Für Kinder mit besonders hohem Kariesrisiko sind spezifische Programme zu entwickeln." Vor diesem gesetzlichen Hintergrund wurde das vorliegende Programm aufgebaut.

  • Aus der Arbeit
  • Der Fluoridpass
Die LAJH, Landesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Jugendzahnpflege in Hamburg e.V., ist eine Gemeinschaftsaktion der Hamburger Zahnärzte und Krankenkassen sowie der Freien und Hansestadt Hamburg.

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