|
Heute hatte ich mir vorgenommen, den Dia-Film „Dr. Knabbel“ den Kindern zu zeigen, da dort die Kariesteufel sehr eindrucksvoll für die Kinder dargestellt werden.
Die Kinder Ellev, Kenan, Marthay, Meltem, Tom-Piere, Myriam Sinic, Haliel, Marjana, Diana, Dragana, Ekson, Celina, Jovanna, Kemeta, Sina und Haida kommen ganz erwartungsvoll in den von mir vorbereiteten Raum. Ich begrüße sie und erkläre ihnen, was sie gleich erwarten wird:
Sie sollen sich den Film anschauen und dabei ganz leise sein, um die begleitende Kassette hören zu können. Große Kinderaugen gucken mich ehrfürchtig an, und ein paar Köpfchen nicken zustimmend.
Während des Films, als die Kariesteufel zu sehen sind, geht ein mehrfacher Aufschrei mit Fingerzeig durch die kleine Menge - Schürük - Schürük! Als der Film zu Ende ist, versuche ich mit den Kindern, die Bilder noch einmal, ohne Kassette, einzeln zu besprechen. Ich stoße auf großes Schweigen. Es scheint mich keiner zu verstehen. Nur fragende Augen schauen mich an. Bei den Kariesteufeln wissen wieder alle, was ich meine - Schürük! (So sollen die Kariesteufel nämlich auf türkisch heißen, hat man mich aufgeklärt).
Es ist heute etwas schwierig für mich, denn von den 17 anwesenden Kindern sind nur 1 1/2 deutscher Herkunft. Zwei italienische und ein albanisches Kind fehlen noch.
In so einer Situation ist es schwierig, sich verbal verständlich zu machen, denn die Kinder werden schneller unruhig und sprechen in der gemeinsamen Muttersprache untereinander, wenn sie mich nicht verstehen. Solche unglücklichen Zusammensetzungen der Gruppen sind allerdings recht selten, und oft hat man das Glück, eine türkische Erzieherin anzutreffen, die einem dann hilft.
Diese Gruppen bieten jedoch auch eine große Herausforderung. Man muss diesen Kindern unser Anliegen so bildlich wie möglich darstellen, damit sie uns verstehen können. Die anschließende Zahnputzunterweisung mit dem „Putzkrokodil“ ist ja sowieso international, und das Putzen verstehen dann alle Kinder.
|